Selbst gemacht: Anzuchtkäfig als Katzenschutz

Ihr wisst wahrscheinlich, wie Wohnungskatzen sich verhalten, wenn Sie Pflanzen oder, noch besser, Erde vorgesetzt bekommen?

Ungefähr so:

Oder gar so:

Auf jeden Falls lassen Clio und Trixie keine Gelegenheit aus, Blumentöpfe auszuleeren und Pflanzen anzuknabbern.  Das verträgt sich natürlich wenig mit meinen Ambitionen, heuer wieder Gemüsepflanzen für den Balkon am Fensterbrett vorzuziehen.

Die Lösung? Selbst gemachte Anzuchtkäfige, die den Pflänzchen in der ersten Zeit genügend Licht und Wärme ermöglichen, die Katzen aber effektiv davon fernhalten:

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Fertiger und halbfertiger Anzuchtkäfig

Mein Vater hat mich wie schon bei vorherigen Heimwerker-Projekten, tatkräftig unterstützt. Danke, Papa 🙂

1.) Planung

Als erstes muss natürlich ein Plan aufgezeichnet sowie alle Materialien in den richtigen Maßen besorgt werden. Für meine Käfige wollte ich einen Innenabstand zwischen den Rahmenstangen von mindestens 35 mal 60 cm haben, sowie zwei Etagen haben, damit nicht nur alle meine Anzuchtschalen, sondern später auch die Behälter für pikierte Pflanzen reinpassen. Für die Stangen des Rahmens wurde eine Stärke von 2,5 cm gewählt, um den Käfig stabil, aber nicht zu massiv zu machen.

Im Endeffekt waren die folgenden Maße perfekt für meine Zwecke:

  • Länge der horizontalen Rahmenstangen oben und unten: 65 cm
  • Länge der vertikalen Eckstangen: 55 cm
  • Länge der seitlichen Verbindungsstücke: 27 cm
  • Länge der Rahmenstangen für 2. Etage: 60 cm

Auch die Tür hatte die entsprechenden Maße 65 mal 60 cm.

Daraus ergab sich folgender Plan:

Model

Materialien und Werkzeuge

Für jeden Käfig:

  • Holzstangen mit quadratischem Querschnitt in den richtigen Maßen, nämlich jeweils…
    • 4 gleich lange Stangen (65 cm) für die horizontalen Rahmenstangen
    • 2 gleich lange Stangen (65 cm) für die Türe
    • 4 gleich lange Stangen (55 cm) für die vertikalen Eckstangen
    • 2 gleich lange Stangen (55 cm) für die Türe
    • 4 gleich lange Stangen (27 cm) für die seitlichen Verbindungsstücke + optional 1 Stange für zusätzliche Verstärkung
    • 2 gleich lange Stangen (60 cm) als Rahmen für eine zweite Etage
    • Optional: 2 gleich lange Stangen (32 cm) für Griffe + 4 kurze Stücke als Verbindungsstücke zum Rahmen
  • Holzbretter für die Böden, ca. 1 cm dick und 5 cm breit
  • Schrauben, passend für die gewählten Holzstärken
  • Akkuschrauber
  • Schleifpapier
  • Klarer Holzlack
  • Scharniere + Schließmechanismus für die Türe
  • Punktschweißgitter in den richtigen Maßen für die Wände

2.) Vorbereitung

  • Akku-Schrauber aufladen
  • Holzstangen mit Schleifpapier etwas glätten
  • Passende Schrauben raussuchen
  • Holzbretter für die Böden mit Schleifpapier glätten

3.) Zusammenbau

Wir begannen mit dem Zusammenbauen der oberen und unteren Teile des Rahmens. Wir befestigten die langen und kurzen Stangen mittels Winkeln aneinander, um überall rechte Winkel zu gewährleisten:

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In der Mitte der langen senkrechten Teile bohrten wir jeweils Löcher für das Einziehen einer zusätzlichen Stange, als Vorsorge für das Gewicht der Katzen, die die Käfige mit Sicherheit bald erklimmen und als Aussichtspunkt nützen würden.

Auch die Löcher für die senkrechten Eckstangen bohrten wir vor.

Danach schraubten wir zunächst alle vier Eckstangen an einem der beiden Teile fest, legten dann den anderen Teil darauf und schraubten auch diesen fest.

Für die zweite Etage schraubten wir nochmal vorne und hinten auf halber Höhe des Käfigs jeweils eine waagrechte Verbindungsstange zwischen den Eckstangen fest.

Danach legten wir die bereits zugeschnittenen Bodenbretter so auf, wie sie im finalen Käfig aussehen sollten, einmal am unteren Teil des Rahmens für die untere Etage, einmal auf den mittleren Balken für die obere Etage:

Auf beiden Schmalseiten der Bodenbretter bohrten wir jeweils Löcher vor, durch die die Bretter schließlich im Abstand von 3,5 cm an den waagrechten Stangen angeschraubt wurden.

4.) Streichen

Nach dem Zusammenbau des Gestelles strich ich es komplett mit klarem Holzlack, ließ es komplett abtrocknen und strich es danach noch einmal komplett, um idealen Schutz vor tropfenden Töpfen und herabfallender Erde zu bieten.

5.) Gittermontage

Zuerst probierten wir, die Seitenwände des Käfigs mit Hasendraht zu verkleiden. Dieser ließ sich leider sehr schwer ordentlich stramm ziehen und verschob sich immer wieder. Eine kurze Internetrecherche brachte mich auf die Idee, Punktschweißgitter zu verwenden, die auch oft auf Volieren und Kleintierkäfigen montiert werden.

Die klaren Vorteile von Punktschweißgitter gegenüber Hasendraht sind, dass Punktschweißgitter sich nicht so leicht verschieben, da die Gitter nicht lose verdrahtet, sondern fix verschweißt sind. Dadurch haben die Gitter höhere Festigkeit und lassen sich leichter punktgenau zuschneiden. Außerdem gibt es Punktschweißgitter in verschiedenen Maschenstärken. Für den Käfig verwendeten wir ein Gitter mit 7,5mm Maschenweite und 1,5 mm Drahtstärke.

Mein Vater kaufte die Gitter während ich mit Grippe im Bett lag und ließ sie passend für jede Seite des Käfigs und für die Tür zuschneiden. Dann fixierte er die einzelnen Gitterstücke mit einer Tacker-Maschine, die Metallklammern mit ordentlichem Schwung ins Holz schießt.

Käfig in Aktion

Die Anzuchtkäfige sind echt toll. Die Kätzchen lieben es, sich daraufzusetzen und beim Fenster rauszuschauen, sie können aber den darin abgestellten Keimlingen keinen Schaden zufügen:

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Autor: Paws on the Balcony

Mitbewohnerin von zwei Katzen und leidenschaftliche Balkongärtnerin.

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