Anzucht-Tagebuch: Gurken

In den letzten Jahren haben sich bei mir am Balkon bereits mexikanische Minigurken sehr gut gemacht. Die kleinen Gürkchen dieser Sorte sind etwa 2 – 3 cm lang, oval und haben außen eine ähnliche Zeichnung wie Wassermelonen:

Mexikanische Minigurke
Mexikanische Minigurke – Bild von Corey Ryan Hanson auf Pixabay

Auch dieses Jahr kommt eine dieser blattreichen und kletterfreudigen Pflanzen auf meinen Balkon. Ich möchte meinen Saatgutbestand damit mal wieder erneuern.

Zusätzlich probiere ich auch noch etwas neues aus: Von meinem Onkel (ein leidenschaftlicher Nutzgarten-Besitzer vom alten Schlag) habe ich letzten Sommer eine Feldgurke bekommen und beschlossen, davon ein paar Samen einzupflanzen um zu sehen, was daraus wird. Das Ganze ist ein absolutes Experiment, ich hab keine Ahnung, ob so eine Feldgurke überhaupt am Balkon wachsen möchte.

24./25.3.: Aussaat

Die Gurkensamen habe ich direkt in Einser- und Zweierbesetzung in kleine Töpfchen eingesetzt. Damit spare ich mir das Pikieren, denn die Pflänzchen haben so gleich bis zum finalen Auspflanzen im Mai genug Platz um ordentlich zu wachsen.

Die Samen der beiden Gurkenarten sehen zwar in etwa gleich aus, haben aber einen deutlichen Größenunterschied:

Gurkensamen-Vergleich
Feldgurken  (oben) und Minigurke (unten)

Die Feldgurken-Samen kamen mir ein wenig dünn vor, so, als wäre nicht in allen ein tatsächlicher keimfähiger Samen drin. Wie sich weiter unten zeigen wird, hatte ich mit diesem Gedanken nicht unrecht, aber ich wollte es dennoch einmal versuchen und habe gleich ein paar mehr Samen angebaut, um sicherzustellen, dass zumindest ein paar davon etwas werden.

Die Samen habe ich etwa 1 cm tief in die Erde gesteckt und zugedeckt und dann leicht mit der Gießkanne gegossen:

Danach stellte ich die Töpfchen wieder aufs Fensterbrett in meinen Anzucht-Käfig und gab ihnen jeden Tag ein wenig Wasser.

30.3. und folgend: Keimbeginn (Feldgurke enttäuschend)

Das erste zarte Grün zeigte sich nach wenigen Tagen. Zuerst sah alles ganz gut aus, in einigen Töpfchen sprießten beide eingesetzten Feldgurken-Samen:

Nach ein paar Tagen weiterer Wartezeit wurde mir allerdings klar, dass das Feldgurken-Experiment nicht besonders erfolgreich werden würde. Von 20 eingesetzten Samen entwickelten sich auch in den darauffolgenden Tagen und Wochen nicht mehr als drei gesunde und vier leider verkümmerte Pflänzchen, die nicht überlebensfähig waren, da sich an ihnen keine richtigen Keimblätter ausbildeten. Nach einer Woche welkten die Kümmerlinge dahin. Einzig die drei gesunden, voll entwickelten Pflänzchen wachsen brav und haben bereits ihr erstes richtiges Blatt ausgebildet.

Die Mini-Gurken keimten erwartungsgemäß sehr gut, von den 20 Samen, die ich davon eingesetzt habe, sind 17 ordentlich aufgegangen.

Mittlerweile haben sowohl Feld- als auch Minigurken bereits ein voll entwickeltes Gurkenblatt und einen Ansatz für das zweite Blatt. Den Größenunterschied, der sich bereits bei den Samen bemerkbar gemacht hat, sieht man übrigens auch bei den gekeimten Pflänzchen sehr gut:

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Feldgurke (links) und Minigurken (rechts)

Pflege nach der Keimung

Jetzt hege ich die Pflänzchen weiter, bis ich sie nach den Eisheiligen Mitte Mai endgültig am Balkon unterbringen kann. Ich stelle sie auch jetzt bei trockenem Wetter schon manchmal raus, damit sie sich an etwas niedrigere Temperaturen und an direktes Sonnenlicht gewöhnen.
Wasser gebe ich nicht zu viel, falls die Erde oberflächlich in der Früh noch gut feucht ist, warte ich mit dem erneuten Gießen bis zum Abend.

Ich halte euch auf dem Laufenden, wie das Feldgurken-Experiment weiter voranschreitet. In den nächsten Tagen geht es weiter mit dem Pikieren von Physalis, Tomaten und Kräutern, aber dazu später mehr.

Anzucht-Tagebuch: Diverse Kräuter

Weil im letzten Sommer leider die Kätzchen meinen Thymian und meinen Oregano gnadenlos in den Boden gestampft haben, baue ich heuer wieder neue Jungpflanzen davon an und versuche außerdem, Basilikum aus selbst geernteten Samen von der vorjährigen Blüte sowie Liebstöckel (a.k.a. Maggi-Kraut) zu ziehen.

10.3. / 17.3. – Aussaat

All diese Kräuter sind zum Lichtkeimer, die Samen müssen also praktisch gar nicht mit Erde zugedeckt werden, sondern einfach oben in der Anzuchtschale liegen. Dadurch musste ich natürlich beim Befeuchten doppelt aufpassen, denn die Samen von fast all diesen Kräutern sind echt winzig:

Einzig die Liebstöckel-Samen sind etwas größer, was mir für die Keimdauer schon mal einen Tipp geben hätte können. Dann hätte ich den Liebstöckel nicht gemeinsam mit Thymian und Basilikum in eine Schale gegeben, sondern ihn getrennt ausgesät.

15.3. / 22.3. – Keimung

Sowohl Thymian als auch Basilikum, die ich beide am 10.3. gesät hatte, sind recht schnell aus dem Boden gekommen. Sie brauchten nur 4 bis 5 Tage um das erste Grün blicken zu lassen. Auch der Oregano, den ich am 17.3. gesät hatte, war schnell unterwegs und am 22.3. schon zu sehen:

Einzig der Liebstöckel passte, wie oben erwähnt, nicht zu den anderen. Vielleicht liegt es daran, dass der Liebstöckel eher kein klassisches mediterranes Gewürz ist? Jedenfalls brauchte er fast 2 Wochen, um zu keimen. Während bei Thymian und Basilikum schon munteres Gewucher herrschte, blieb das Drittel mit dem Liebstöckel bis zum 21.3. kahl. Aber schließlich schlüpften auch da einige Keimlinge:

25.3. – Kalt stellen

Nachdem die Basilikum-, Thymian- und Liebstöckel-Keimlinge etwas an Kraft gewonnen hatten, stellte ich auch sie wie schon Physalis und Thomaten ins Treppenhaus, damit sie nicht zu schnell wachsen.

Der Oregano muss noch etwas größer werden, wird aber auch dieses Wochenende ausziehen um neuen Platz in den Anzuchtkäfigen zu schaffen.

Bis zum Pikieren wird es noch etwas dauern, vorher werde ich vermutlich das Basilikum etwas ausdünnen, aber dazu später mehr.

Anzucht-Tagebuch: Tomaten aussäen

Tomatensorten gibt es unglaublich viele auf dieser Welt. Für meinen Balkon habe ich mir anfangs (vor 3 Jahren) 2 Sorten ausgesucht, nämlich rote Cocktail-Tomaten und Balkontomaten. Mittlerweile sind diese beiden Sorten zu 6 Sorten angewachsen, die ich selbst ziehe:

  • Balkontomate
  • Rote Cocktail-Tomate
  • Black Cherry Cocktail-Tomate
  • Andenhorn
  • Tigerella
  • Gelbe Hänge-Cocktail-Tomaten
  • Ochsenherz

Um die Arbeitslast für Anzucht und Pikieren ein wenig aufzuteilen, säe ich meine Tomaten in Schüben aus.

Am 10. März waren Andenhorn und Tigerella dran, da die Früchte davon recht groß werden und vor allem die Andenhorn-Tomate bei mir recht lange braucht um reif zu werden. Letztes Jahr hatte ich im September noch einige grüne Früchte drauf. Die Cocktail- und Balkontomaten habe ich eine Woche später, am 17. März, ausgesät, denn Mitte März ist nach meiner Erfahrung der ideale Zeitpunkt um die Tomatensamen unter die Erde zu bringen.

In diesem Beitrag stelle ich euch den Keimverlauf von Andenhorn und Tigerella vor, wobei der Keimverlauf für alle Tomatenarten etwa gleich ist (zumindest soweit ich das feststellen konnte).

Grundsätzlich unterscheidet sich die Behandlung der Samen und Keimlinge nicht nennenswert von der Physalis-Aussaat. TODO: LINK!

10.3.: Samen auslösen

Anders als bei den Physalis ist beim Trocknen von Tomatensamen auf Küchenpapier (wie ich das mache) oft eine erhebliche Menge Fruchtfleisch mit von der Partie. Das führt dazu, dass die Küchenpapier-Lagen leicht aneinander kleben bleiben und sich nur schwer richtig von einander lösen lassen. Dadurch musste ich dieses Jahr etwas länger mit den Fingernägeln arbeiten, um alle Samen aus ihrem gemütlichen Bett zu bekommen.

Es macht Tomatensamen übrigens nichts aus, wenn sie mitsamt einem „Mantel“ aus Küchenpapier in die Erde gelegt werden. Der Keimling schiebt sich da einfach durch.

 

10.3. / 17.3.: Aussaat

20190312_221117Für die Tomaten nehme ich traditionell einen etwa 3,5 cm hohen Untersetzer mit 20 cm Durchmesser. Nach dem Füllen mit Erde lege ich in der Mitte der Schale eine Grenze mit Schaschlikspießen, um jeweils eine Hälfte der Schale mit jeweils einer Art zu belegen.

Auch hier machte ich, ähnlich wie bei den Physalis,kleine Rillen in die Saatschale und lasse dort hinein im Abstand von ca. 1 cm einzelne Samen fallen.

Danach bedeckte ich die Samen wieder ca. 5 mm tief mit Erde und goss sie ordentlich mit meiner Spritzflasche. Die Bewässerungsprozedur wiederhole ich jeden Morgen.

14.3. / 23.3. : Keimlinge

Wie bei den Physalis dauert es eine Weile, bis die Tomatensamen zu keimen beginnen und sich die Keimlinge aus der Erde erheben. In den letzten Jahren hat das bei mir ca. 8 – 11 Tage gedauert. Heuer sind manche schnell unterwegs.

Die Tigerella-Tomaten kamen schon nach 4 Tagen zum Vorschein, die Andenhorn-Pflänzchen folgten einen Tag später:

Tomatensamen am 15. März
Tigerella und Andenhorn am 15. März

Die anderen Arten pflanzte ich eine Woche später und sie brauchten auch geringfügig länger. Nach 6 Tagen war es auch hier so weit und alle Pflänzchen schoben wie auf Kommande gleichzeitig ihre Stängel über die Erde:

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Cocktail- und Balkontomaten am 23. März

23.3.: Kühl stellen

Die bereits sehr gut gewachsenen Andenhorn- und Tigerella-Tomaten stellte ich gestern ins kühle Treppenhaus hinaus, damit sie nicht zu schnell wachsen. Es haben sich an manchen Pflanzen sogar schon die ersten richtigen Tomatenblätter gebildet, deshalb sollten sie jetzt ein wenig langsamer wachsen um bis zur Pikierung Kraft zu sammeln:

Die anderen Tomaten werde ich auch rausstellen, wenn sie groß genug dafür sind und die Keimungsphase abgeschlossen ist.

Fürs Gießen verwende ich bei den gerade gekeimten Pflänzchen noch meine Sprühflasche, bei den älteren auch schon einen dünnen Wasserstrahl aus der Gießkanne, um etwas Zeit zu ersparen und den erhöhten Wasserbedarf zu befriedigen.

Ich halte euch auf dem Laufenden, wenn es Zeit wird fürs Pikieren.

Anzucht-Tagebuch: Physalis aussäen

Ach ja, die Physalis (auch Andenbeere genannt) – beliebte Cocktail- und Eis-Dekoration mit leckerem süß-saurem Geschmack und intensiver oranger Farbe. Seit einigen Jahren baue ich diese mit den Tomaten verwandte Pflanze auf meinem Balkon an.

Die Physalis aus Samen zu ziehen ist wirklich kinderleicht, hier ein kleiner Zusammenschnitt der diesjährigen Anzucht:

Vorbereitung: Samen sammeln

Ich überwintere die Samen aus der letzten Ernte in der Wohnung, entweder in einer kleinen Schüssel, oder (wenn ich wie dieses Jahr eher faul war) direkt in den Küchenpapier-Blättern, auf denen ich sie letztes Jahr zum Trocknen verteilt habe:

 

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Samen nach der Ablösung

Zum Glück tendieren Physalissamen nicht dazu, das Küchenpapier zusammenzukleben, darum ist es leicht, die Samen einfach mit dem Fingernagel vom Papier abzukratzen und dann in ein Gefäß rieseln zu lassen:

3. März: Aussaat

Der ideale Aussaat-Zeitpunkt für Physalis ist nach meiner Erfahrung das vorletzte Februarwochenende. Leider hatte mich dieses Jahr gerade zu der Zeit die Grippe außer Gefecht gesetzt, deshalb konnte ich die Samen erst am ersten Märzwochenende in die Erde bringen.

Ich verwende zum Ziehen meiner Jungpflanzen ca. 4 cm hohe Untersetzer für Blumentöpfe mit Durchmessern von 20 bis 30 cm. Für die Physalis habe ich dieses Jahr einen 30 cm-Untersetzer genommen. Ich gehe bei der Aussaat folgendermaßen vor:

  1. 20190303_124457Untersetzer mit Erde füllen bis ca. 1 cm unterhalb des Rands. Man kann Anzuchterde verwenden, ich verwende ganz normale Gartenerde von unserer hiesigen Gärtnerei. Diese hat schon Düngerperlen drin, den Pflänzchen scheint das nichts auszumachen
  2. 20190303_125243In die Erde sanfte Rillen reinmachen und dort im Abstand von ca. 1 cm einzelne Samen fallen lassen. Man kann die Samen auch einfach zufällig auf der Fläche verteilen, aber dann sollte man später die zu dicht gewachsenen Pflänzchen ausdünnen.
  3. Die Samen mit ca 3 – 5 mm Erde überrieseln lassen.
  4. 20190303_130158Die Erde sanft gießen, entweder mit ganz wenig Strahl aus dem Wasserhahn oder, meine bevorzugte Variante, mit einer Sprühflasche. Die Erde an der Oberfläche darf ruhig gut nass werden, aber Vorsicht vor unabsichtlichem Ausspülen der Samen.
  5. Die Anzuchtschale an einen hellen, warmen Ort stellen, zum Beispiel aufs Fensterbrett.

3. – 11. März: Abwarten und brav gießen

Von Tag 0 bis zum Ende der ersten Woche tut sich in der Schale erst mal gar nichts. Einfach weiterhin zumindest einmal am Tag ordentlich mit Wasser besprühen und immer darauf achten, dass die Erde nicht zu nass ist, sodass die Samen nicht ausgespült werden.

12. März: Sie leben!

Ab etwa dem 9. Tag nach der Aussaat beginnen die ersten zarten Pflänzchen aus der Erde herauszubrechen. Man kann meist an den beiden Tagen davor bereits erkennen, wie sich die oberste Erdschicht in der Schale nach oben wölbt und die Oberfläche uneben wird, da die Keimlinge sie bereits unterirdisch an manchen Stellen nach oben drücken.

Als erstes oberirdisch sichtbar sind die kleinen Stängel der Keimlinge, die sich nach unten biegen solange die Keimblätter noch unter der Erde feststecken:

 

Am nächsten Tag werden dann bereits die ersten Keimblätter sichtbar:

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Physalis-Keimlinge am 13. März

Spätestens am 3. Tag nach dem ersten Lebenszeichen sollten sich die meisten Pflänzchen über die Erde erhoben haben und die Keimblätter beginnen sich zu entfalten und langsam größer zu werden:

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Physalis-Keimlinge am 14. März

Keimlingspflege

Ich verwende nach der Keimung weiterhin meine Sprühflasche zum Gießen der Pflänzchen, damit ich den Feuchtigkeitsgrad besser kontrollieren kann.

Meistens lasse ich die Keimlinge noch gute 1,5 Wochen (heuer bis 22./23.3.) am warmen Fensterbrett stehen, damit die Pflänzchen sich gut entwickeln. Danach stelle ich sie ins etwas kühlere Treppenhaus (ca. 18 Grad), damit die Entwicklung nicht zu schnell voranschreitet und die Pflanzen nicht vergeilen. Schließlich wird es erst etwa Mitte April Zeit für das Pikieren, doch dazu mehr, wenn es so weit ist.

Selbst gemacht: Anzuchtkäfig als Katzenschutz

Ihr wisst wahrscheinlich, wie Wohnungskatzen sich verhalten, wenn Sie Pflanzen oder, noch besser, Erde vorgesetzt bekommen?

Ungefähr so:

Oder gar so:

Auf jeden Falls lassen Clio und Trixie keine Gelegenheit aus, Blumentöpfe auszuleeren und Pflanzen anzuknabbern.  Das verträgt sich natürlich wenig mit meinen Ambitionen, heuer wieder Gemüsepflanzen für den Balkon am Fensterbrett vorzuziehen.

Die Lösung? Selbst gemachte Anzuchtkäfige, die den Pflänzchen in der ersten Zeit genügend Licht und Wärme ermöglichen, die Katzen aber effektiv davon fernhalten:

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Fertiger und halbfertiger Anzuchtkäfig

Mein Vater hat mich wie schon bei vorherigen Heimwerker-Projekten, tatkräftig unterstützt. Danke, Papa 🙂

1.) Planung

Weiterlesen „Selbst gemacht: Anzuchtkäfig als Katzenschutz“

Balkongarten-Planung 2019

Nachdem in den letzten 2 Monaten nicht besonders viel passiert ist und die Dinge ihren gewohnten Lauf gegangen sind, ist es mittlerweile an der Zeit, an meinen Balkon zu denken. Die ersten Saaten habe ich schon letzte Woche in meinen Anzuchtschalen unter die Erde gebracht (mehr dazu später), aber jetzt muss ich erst mal den Platz auf meinem Balkon mit Pflanzen verplanen.

Was baue ich heuer an?

Wie jedes Jahr ziehe ich meine Pflanzen (fast alle) selbst aus den in der letztjährigen Ernte gewonnenen Samen. Manche Saaten habe ich auch aus geschenkten Früchten gewonnen (ich hab ja zum Glück viele gärtnerisch begabte Verwandte), manche bekomme ich als Jungpflanzen von Verwandten und Kollegen.

Hier sind die Gemüse- und Kräutersorten, die ich dieses Jahr auf meinem Balkon anbauen werde:

  • Basilikum aus selbst geernteten Samen
  • Erdmandeln aus selbst geernteten und zur Sicherheit auch aus gekauften Knollen, falls die selbst geernteten nichts werden
  • Feldgurke aus geschenkten Samen
  • Hokkaido-Kürbis aus selbst geernteten Samen
  • Karotten und Wurzelpetersilie aus gekauften Samen
  • Liebstöckel, a.k.a Maggi-Kraut aus gekauften Samen
  • Mexikanische Minigurke aus selbst geernteten Samen
  • Physalis aus selbst geernteten Samen
  • Thymian aus gekauften Samen
  • Tomate 1: Balkontomate aus selbst geernteten Samen
  • Tomate 2: Rote Cocktail-Tomate aus selbst geernteten Samen
  • Tomate 3: Black Cherry Cocktail-Tomate aus selbst geernteten Samen
  • Tomate 4: Andenhorn aus selbst geernteten Samen
  • Tomate 5: Tigerella aus selbst geernteten Samen
  • Tomate 6: Ochsenherz aus Jungpflanzen von einer lieben Kollegin
  • Tomate 7: Gelbe hängende Cocktail-Tomate aus geschenkten Samen
  • Diverse Pflück- und Schnittsalate

Ich möchte natürlich auch noch meine Liege und eine kleine Tisch- und Sessel-Kombination unterbringen, um auch mal mein Abendessen im Sonnenschein genießen zu können. Zusätzlich muss ich natürlich noch diverse Sukkulenten, Kakteen und Blühpflanzen unterbringen, also da werden selbst 7 m² schon etwas knapp.

Was hat wo Platz?

Mein Balkon ist recht lang (etwas über 5 Meter), dafür aber nur knapp 1,20 Meter tief.

Meine Strategie für die Balkonbepflanzung sieht daher folgendermaßen aus:

  • Vertikalen Platz ausnützen – Ich werde mir Pflanzkörbe oder Blumenkisten mit Wandhalterung besorgen und dort das Wurzelgemüse (Karotten, Wurzelpetersilie) anbauen. Muss ja nicht viel sein, ein paar eigene Karotten reichen mir schon. Zusätzlich habe ich ein Regal, auf das ich vermutlich ein paar Blühpflanzen und Sukkulenten abstellen werde. Das untere Regalbrett ist als Ablage für die Früchte der Kürbisse gedacht, die ich in einem großen Topf direkt vor dem Regal anpflanzen werde.
  • Balkongeländer ausnützen – Im Inneren meines Balkongeländers hängt zwar das Katzennetz, dafür kann ich aber nach außen einige Balkonkästen hinhängen. Dort werde ich die Erdmandeln unterbringen, damit sie viel Sonne abbekommen. Eventuell passt auch noch ein Kasten für die sonnenliebenden Kräuter hin.
  • Gute Nachbarschaft in großen Gefäßen – Die Gurken, die ja klettern wollen, setze ich in meinen großen 40x40x100 cm Trog mit eingebautem Spalier. Dort kommen auch die diversen Salatpflanzen hinein um ihnen Gesellschaft zu leisten. 2 Sorten Tomaten sowie das Basilikum teilen sich ein Balkonhochbeet mit 35x40x70 cm. Die restlichen Tomaten werden jeweils zu zweit in Töpfe mit jeweils 30 cm Durchmesser gesetzt, das hat sich in den letzten Jahren gut bewährt. Ein zweites Balkonhochbeet wird die Physalis-Pflanzen beherbergen. Dazu werde ich auch noch einige in den Gemeinschaftsgarten stellen, denn am Balkon ist es den Physalis sogar oft zu heiß, trotz Beschattung.
  • Hängeampeln – Letzten Endes möchte ich (wenn durch die Isolierung möglich) noch einige Haken in die Decke bohren und von dort Ampeln für die Kräuter und Hängetomaten baumeln lassen, wahrscheinlich über dem Fensterbrett. Das hat den doppelten Effekt, dass die Katzen dann nicht rankommen.
  • Alles weitere kommt aufs Fensterbrett.

Mal sehen, ob der Plan so aufgeht, ich habe heuer recht ambitionierte Pläne für meinen Balkongarten.

Ein ungebetener Gast

Wie berichtet, hatte Trixie ja lange einen entzündeten Hintern. Leider brachte sie auch noch einen ungebetenen Gast in die Wohnung, der sich als äußerst hartnäckiger Kerl erwies. Nein, ich rede nicht von Flöhen oder Würmern, sondern von einem viel perfiderem Organismus: Dem Katzenpilz (Microsporum Canis).

Für die Behandlung von Trixies Entzündung musste ich sie mir im heißen August oft auf den Schoß legen. Durch die extreme Hitzewelle im Sommer 2018 trug ich natürlich keine langen Hosen, sondern eher Röcke und kurze Hosen, wodurch der Hautkontakt mit Trixie sehr intensiv war. Dass ich durch die kleinen Kätzchen und ihren Spieltrieb natürlich auch einige frische Kratzer überall am Körper hatte, gab den perfiden Pilzsporen auch noch den perfekten Zugang zu meiner Haut.

August: Die ersten Symptome

Die erste in unserem Haushalt, die vom Katzenpilz befallen wurde, war die arme Clio. Sie bekam Anfang August kleine kahle Stellen in ihren Vorderpfoten. Da ich bis dato noch keinerlei Erfahrungen mit Katzenpilz gemacht hatte, hielt ich diese kahlen Stellen zunächst für selbst zugefügten Haarausfall durch Stress-Lecken. Abwegig war der Gedanke nicht, war doch kaum zwei Wochen vorher Trixie eingezogen und hatte Clios Alleinherrschaft rüde unterbrochen.
Erst Ende August traten dann auch bei mir die ersten Symptome auf. Innerhalb von 3 Tagen erschienen auf meinen Oberschenkeln nach einander drei rote Kreise, die wie verrückt juckten. Den ersten offensichtlichen Pilzbefall an meiner Haut entdeckte ich erst so richtig am 30. August beim abendlichen Duschen.

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Am Abend zuvor begann mein Bein zu jucken, ich dachte mir nichts dabei, am nächsten Tag ging ich normal zur Arbeit, doch als ich mich am Abend in die Wanne setzte, fiel ich aus allen Wolken. Da blitzte mir plötzlich diese Hässlichkeit über meinem Knie entgegen.

 

Zuerst vermutete ich womöglich Borreliose oder irgendwas ähnlich Schlimmes. Nach etwas Internet-Recherche kam allerdings auch bald ein Pilz als Kandidat in Frage. Ich beschloss gleich am nächsten Tag zum Hausarzt zu gehen. Der erkannte den Pilz natürlich auf den ersten Blick und stellte mir als allererste Frage: „Hast du Katzen?“. Da war die Sache schon klar. Er verschrieb mir eine Cortison-haltige Pilzcreme und meinte nach etwa 3 Wochen sollte der Pilz abklingen.

20180902_141337Während ich noch im Arztzimmer saß, merkte ich schon, wie es weiter oben an meinem Oberschenkel zu jucken begann und langsam eine kleine knubbelige Erhebung (einem Mückenstich nicht unähnlich) entstand. Ich fuhr schnell zur Apotheke, kaufte die Creme und als ich knapp 20 Minuten später zuhause ankam, hatte sich an der juckenden Stelle bereits der nächste kleine Kreis gebildet:

Ich begann unverzüglich mit der Cremebehandlung. Am nächsten Montag (3. September) bekam ich auf dem anderen Oberschenkel auch noch eine kleine Stelle, doch diese begann ich schon zu behandeln bevor sich überhaupt ein Kreis bilden konnte.

September: Pilzcreme und Katzendusche

Mit den Kätzchen fuhr ich am 1. September zum Tierarzt und klagte ihm das Leid, das über unseren Haushalt hergefallen war. Zuerst wollte ich Tabletten gegen den Pilz haben, doch der Tierarzt meinte die gingen zu sehr auf die Leber und gab mir stattdessen eine kleine Flasche Anti-Pilz-Shampoo mit. Die Anweisung lautete, die Kätzchen drei Mal im Abstand von jeweils drei Tagen damit komplett einzushampoonieren, um die Pilzsporen abzutöten. Na, das konnte was werden.

Ich nahm die Kleinen für ihre erste Dusche mit zu meinen Eltern, die eine geschlossene Dusche haben (meine offene Badewanne eignet sich nicht dafür, klatschnasse Katzen drin zu behalten). Zum Duschen ließ ich eine lange Hose und einen langen Pullover an, denn ich wollte meine Haut nicht den panischen Katzenkrallen oder noch mehr Pilzsporen aussetzen.

20180906_193637 Clio machte den Anfang. Und siehe da – die Dusche war überraschend unkompliziert. Am Anfang, als das warme Wasser sich zum ersten Mal über sie ergoss, gefiel es ihr überhaupt nicht, sie versuchte zu flüchten und weinte ganz herzzerreißend. Als ich aber das Wasser abdrehte und eine ordentliche Menge des Pilzshampoos in ihre Haut einmassierte, blieb sie bereitwillig sitzen und fing sogar an zu schnurren. Ob das Abwehrschnurren war oder sie sich wirklich entspannte, lässt sich schwer sagen, aber sie war nicht mehr panisch und machte es sich zitternd auf meinem nassen Schoß bequem. Nach etwa 15-minütiger Massage- und Einwirkzeit spülte ich sie vorsichtig ab, was ihr ebenfalls nicht gefiel.
Auch bei Trixie war das Einshampoonieren selbst überhaupt  20180906_200444kein Problem, nur die erste Dusche und das Abspülen des Shampoos machten ihr zu schaffen.

Diese Prozedur wiederholten wir wie vom Tierarzt geraten noch zweimal nach jeweils drei Tagen. Die ganze Zeit über schmierte ich auch zweimal täglich meine eigenen Pilze mit der Creme ein. Insgesamt schmierte ich dreieinhalb Wochen lang, bis es aussah als würden die befallenen Hautstellen nicht mehr schuppen (ein Zeichen dafür, dass man nicht mehr ansteckend ist). Auch bei Clio waren die kahlen Stellen an den Beinen verschwunden.

Oktober/November: Dachtest du, ich wäre weg?

Nachdem ich die Cremebehandlung aufgehört hatte, war ich gute zwei Wochen lang beschwerdefrei. Auch bei den Katzen rührte sich nichts mehr. Die befallenen Hautstellen waren bei mir noch rot, aber es juckte nichts. Doch dann entstand ein weiterer kleiner juckender Knubbel im Inneren des ersten und zweiten Kreises. Einzig die letzte Stelle am anderen Bein verhielt sich ruhig.

Ich fing sofort wieder mit einer dreieinhalb-wöchigen Cremebehandlung an. Wieder bekam ich die neu aufgepoppten Stellen in den Griff, doch Mitte November erschienen plötzlich zwei neue Stellen zwischen den beiden ersten Kreisen. Da ich keine Cortisoncreme mehr hatte und es außerdem bereits Abend war, beschloss ich mal im Internet nach Alternativen zu suchen.

Apfelessig sei Dank!

Ich wurde schnell fündig – anscheinend macht Apfelessig das Hautmilieu für Pilze ungemütlich. Mehrere Foreneinträge waren sich da einig. Da ich kurzfristig sowieso keine Alternative hatte, wollte ich es versuchen. In der ersten Zeit tränkte ich zweimal täglich ein Wattepad mit Apfelessig und rieb über die befallenen Stellen. Zur Sicherheit inkludierte ich auch die alten Befallsstellen, damit sich dort nichts neues mehr bilden konnte. Und siehe da! Es kamen keine neuen Stellen mehr dazu. Nach etwa drei Wochen begannen die letzen Befallsstellen zu heilen.

Seit etwa Ende November reibe ich meinen Oberschenkel noch einmal täglich mit Apfelessig ein und lasse die Haut trocknen bevor ich mir was anziehe. Meine Haut sieht jetzt viel besser aus, der kleinere Ring ist komplett verschwunden, der große Ring und die neuen Stellen verblassen ebenfalls langsam.

Also ich kann euch, wenn ihr Katzenpilz zum Opfer fallen solltet, Apfelessig als Hausmittel empfehlen. Am Besten natürlich in Verbindung mit Creme- oder Tablettentherapie.

Ende gut, Alles gut?

Anfang Dezember fuhr ich wegen Kastration und möglicher Prolaps-OP für Trixie zu einem Tierarzt in Linz. Im Zuge dessen ließ ich die beiden auch auf Pilzsporen überprüfen. Dazu gibt es Schwarzlicht-Lampen, die die grün fluoreszierenden Pilzsporen im Katzenfell sichtbar machen. Sowohl Clio als auch Trixie waren komplett sporenfrei :).

Damit hoffe ich, dass dieser ungebetene Mitbewohner endlich endgültig ausgezogen ist. Nur die Zeit wird es zeigen, denn Pilzsporen können coole 1,5 Jahre außerhalb eines Wirts überleben und auf ein neuerliches Zuschlagen warten.

 

Trixie und der entzündete Popsch

Ende Juli zog ja Trixie bei uns ein. Die Zusammenführung klappte, wie schon hier beschrieben, ganz gut und Trixie ist ein aufgewecktes, energiegeladenes Kätzchen.

Allerdings machte sie mir gesundheitlich ein wenig Sorgen. Etwa vier Tage, nachdem Trixie eingezogen ist, hatte ich endlich Gelegenheit, sie rundherum zu betrachten. Da fiel mir auf, dass die Kleine einen komplett rot geschwollenen After hat – die rote Schleimhaut, die eigentlich im Inneren des Körpers liegen sollte, schaute bei ihr etwa fünf Millimeter aus dem Popsch heraus. Oh Schreck!

Entzündung oder Prolaps?

Auf den ersten Blick war ich nicht sicher, ob es sich bei Trixies Problem um eine einfache Entzündung oder einen Prolaps handelte. Eine Entzündung ist ja an sich mit Medikamenten in den Griff zu bekommen, ein Prolaps ist komplizierter. Ein Prolaps entsteht, wenn ein Teil des Mastdarms aus dem After herausschaut. Bei alten Menschen tritt das gerne mal auf, aber eben auch bei kleinen Kätzchen. Normalerweise sollte sich das beim Wachsen von alleine geben. Wenn es das nicht tut, ist eine Operation notwendig, sonst kann die Katze anal inkontinent werden. Für eine Wohnungskatze, die ja ihr Geschäft nicht draußen in der Wiese erledigen kann, eine unmögliche Situation.

Also auf zum Tierarzt mit der Kleinen. Der hat dann leider einen Prolaps diagnostiziert und gemeint, ich müsste versuchen, die heraushängende Schleimhaut vorsichtig mit den Fingern in den After zurückzuschieben und „hineinzumassieren“. Nur so gäbe es die Chance, dass der Schließmuskel sich wieder festigen und irgendwann die Schleimhaut drin halten kann.

Die Tücken der Prolaps-Behandlung

In der ersten Zeit, als Trixie noch sehr klein war, war es noch einigermaßen leicht, sie festzuhalten. Mit Vaseline und Gummihandschuhen bewaffnet, legte ich sie mir also am Rücken auf den Schoß (eine Haltung, die Katzen normalerweise gar nicht mögen und Trixie ist da keine Ausnahme) und streichelte sie, während ich sie gleichzeitig sanft aber bestimmt fixierte. Mit der freien Hand strich ich dann ein wenig Vaseline auf ihren Popsch und versuchte, die Schleimhaut ins Innere ihres Körpers zu bugsieren. Leider stellte ich mich dabei nicht besonders geschickt an, sodass ich es immer nur halb schaffte, die Schleimhaut zu „versenken“. Und sie rutschte immer gleich wieder heraus.

Es halt nichts, ich brauchte Hilfe. Also verpflichtete ich nach dem Ende meines Urlaubs meine Eltern dazu, die Behandlung weiter zu versuchen, während ich in der Arbeit war. Die beiden sind in Pension und meine Mutter war früher Krankenschwester, hat also darin mehr Erfahrung als ich. Sie schafften es zu zweit immerhin ein paar Mal, die Schleimhaut ins Innere zu schieben, aber es war immer nur von kurzer Dauer. Sobald Trixie sich wieder etwas bewegte, rutschte alles wieder heraus.

Abwarten und Kot wegputzen

Einige Wochen der vergeblichen Bemühungen und mehrere Tierarztbesuche später war Trixie bereits deutlich gewachsen und auch deutlich schwieriger festzuhalten. Sie haxelte mit den Beinen und drehte und wand sich, sodass es irgendwann unmöglich wurde, sie regelmäßig allein zu behandeln.

Der Tierarzt gab mir als letzten Ausweg eine abschwellende Salbe mit, aber auch dort hatte ich das Problem, dass Trixie sich die Salbe nicht und nicht auf den Hintern schmieren lassen wollte. Von Einspritzen in den After (dafür gab es bei der Tube eine kleine Pipette) war gar nicht zu reden.

Irgendwann (etwa Ende September) gab ich auf und beschloss, erst einmal abzuwarten. Trixie hinterließ zu diesem Zeitpunkt leider bereits manchmal braune Kleckse auf den Fensterbrettern und Couchpolstern. Sie war noch nicht richtig inkontinent, aber manchmal blieb eben ein kleines Bröckchen Kot hängen, weil sie es durch den Prolaps nicht richtig abdrücken konnte, und das verteilte sie dann in der Wohnung. Noch war es nur ein sporadisches Problem, aber ich hatte Angst, dass es schlimmer werden würde. Trotzdem gab es zu dem Zeitpunkt nichts, was ich rasch dagegen tun konnte, denn für eine Operation war Trixie noch zu jung. Ich wollte sie vielleicht gemeinsam mit der Kastration vornehmen lassen, damit Trixie nicht zweimal in Narkose gelegt werden müsste.

Tierärzte wissen auch nicht alles

Anfang Dezember war Trixies Prolaps zum Glück nicht schlimmer geworden, aber leider auch nicht besser. Also machte ich einen Termin mit einem anderen Tierarzt aus, der eine Prolaps-OP vornehmen könnte, denn mein „Haus-„Tierarzt macht so etwas nicht.

Wir wurden also beim Tierartz vorstellig, er sah sich Trixies Popscherl an – und meinte dann: „Das ist noch gar kein richtiger Prolaps, da würde ich noch nicht operieren, sondern erst mal abschwellende Tabletten versuchen“. Und er gab mir 10 Stück Salazopyrin-Tabletten mit mit der Anleitung, Trixie jeden Tag eine Viertel-Tablette zu geben.

Gesagt, getan. Ich verbrauchte gleich mal drei oder vier Vierteln, bis ich herausgefunden hatte, wie ich Trixie dazu bringen konnte, die Tabletten auch zu fressen. Sie ließ sie sich nicht ganz eingeben, spuckte sie immer sofort wieder aus. Auch in Wasser aufgelöst über ihrem Katzenfutter verschmähte sie sie. Die zündende Idee war dann, ein paar Löffeln Joghurt mit der in sehr wenig Wasser aufgelösten Tablette zu vermischen. Siehe da, Trixie schleckte alles auf!

Wie durch ein Wunder schlugen die Tabletten nach etwa eineinhalb Wochen total gut an. Trixie’s rote Schleimhaut zog sich endlich dahin zurück, wo sie hingehörte. Es handelte sich also doch nur um eine Entzündung und keinen Prolaps. In der ersten Zeit kehrte die Schwellung manchmal wieder, aber seit etwa 2 Wochen ist sie ganz verschwunden. Trixies Schließmuskel tut seinen Teil und wird endlich stark genug, die Schleimhaut drinnen zu behalten.

Und die Moral von der Geschicht: Mein „Haus-„Tierarzt weiß zwar viel, aber alles weiß er nicht. Oft hilft es, eine zweite Meinung einzuholen und nicht gleich in Panik zu verfallen.

 

(K)Ein schönes neues Jahr für die Kätzchen

Die Sylvesternacht war für mich sehr angenehm. Es gab Raclette, meine Eltern kamen zu Besuch und von meinem Wohnzimmerfenster aus hatte ich den perfekten Erste-Reihe-Blick auf die Feuerwerke der Nachbarn. Ich brauchte nicht mal in die Kälte raus.

Nur Clio und Trixie hatten keine Freude an diesem Abend. Es war ihr erstes Sylvester und ich habe dieses Jahr bewusst entschieden, zuhause zu bleiben und ihnen beizustehen. Tagsüber war alles in Ordnung, sie waren entspannt und vergnügt. Als die ersten vereinzelten Knallereien um etwa Vier Uhr nachmittags losgingen, schien es ihnen auch noch nicht viel auszumachen.

Als die Knallerei um etwa 19 Uhr abends stärker wurde, flüchteten die beiden unter die Couch – und dort blieben sie bis nach Mitternacht. Sie fürchteten sich vor allem und jedem. Als meine Eltern kamen, wurden sie etwas neugierig und machten immer wieder Anstalten, aus ihrem Versteck hervorzukommen, aber etwas trieb sie immer wieder dorthin zurück.

Nichts war ihnen geheuer – sei es das ungewohnte Geklappere und Geraschle in der Küche, wo es für die Kätzchen wohl offensichtlich spukte, denn ich war ja im Wohnzimmer und versuchte die beiden herauszulocken, oder mein Vater, der durchaus etwas größer und imposanter ist als sie es von mir gewohnt sind. Dass es nur meine Mutter war, die in der Küche hantierte, und dass mein Vater die beiden ja nur streichen wollte, verstanden Clio und Trixie überhaupt nicht. Selbst der Geruch des bratenden Filets am Raclette-Grill konnte sie nicht hervorlocken – im Gegenteil verschreckte sie das Prasseln des Grills noch mehr, sodass sie sich erst nach dem Essen wieder kurz blicken ließen, als wir alle pappsatt auf die Couch sanken und das übliche Feiertagsprogramm im ORF einschalteten.

Meine Eltern gingen um kurz nach halb 12 und ich versuchte, die Kätzchen wieder zu beruhigen, aber als dann um Mitternacht der totale Höhepunkt der Knallerei erreicht wurde, gab ich es endgültig auf und schaute mir einfach das Feuerwerk an. Ich hab, das muss ich zugeben, auch einmal kurz das Fenster geöffnet, um auch die Feuerwerke hinter dem Haus etwas betrachten zu können. Mea culpa, das war ziemlich laut.

Um halb Eins klang die Knallerei langsam aus, aber es dauerte trotzdem noch fast 2 Stunden, bis Clio und Trixie sich wieder unter der Couch hervortrauten. Die armen Mäuse.

Alles in allem war es zumindest für mich trotzdem ein schöner Abend, aber für Katzen ist die Sylvesterknallerei auf jeden Fall eine Tortur. Mal sehen, ob es ihnen nächstes Jahr besser geht.

Und wie verbringen eure Katzen so den Sylvesterabend?

Frohe Weihnachten 2018

Heute ist Weihnachten, alle Geschenke sind verpackt, die vierte Kerze brennt am Kranz und alle warten auf das Christkind.

Aus gegebenem Anlass mache ich mal Pause vom Schnelldurchlauf des Jahres 2018. Nur eines möchte ich hier noch dokumentieren: Durch die neuen Kätzchen habe ich heuer davon abgesehen, einen eigenen Christbaum in der Wohnung aufzustellen, denn das hätte zwar für die beiden einen Riesenspaß bedeutet, aber auch für kaputten Schmuck und einen riesigen Saustall gesorgt. Also habe ich mich entschieden, meine Wohnung auf andere Weise katzensicher zu dekorieren, damit trotz der Rabauken auch etwas Weihnachtsstimmung aufkommt.

Katzensichere Weihnachtsdeko

Mit jungen Katzen ist der einzig wirklich sichere Weihnachtsschmuck der, der hoch oben angebracht ist. Dafür bieten sich Vorhangstangen hervorragend an, denn sie sind (für gewöhnlich) außer Reichweite für die Katzen und bieten gute Befestigungsmöglichkeiten für Zweige und Schmuck.

Ich habe zur Dekoration Tannenzweige verwendet. Die Tannenzweige habe ich spiegelverkehrt aneinandergelegt und die beiden Stämme fest mit Blumendraht umwickelt um die Zweige zu verbinden. Dann habe ich den 40 Jahre alten Holzschmuck meiner Mutter sowie verschiedene Zapfen, Schleifen, Kugeln und selbst getrocknete Orangenscheiben an den Zweigen befestigt. Den Schmuck habe ich in drei verschiedenen Farben passend zu den Vorhängen und dem Ambiente im Raum gewählt:

  • Wohnzimmer: Passend zu den rot-weißen Vorhängen habe ich rote und silberne bzw. weiße Kugeln und Schleifen und roten Holzschmuck verwendet.
  • Esszimmer: Passend zu den Orange-Braunen Vorhängen habe ich hier eher mit Naturmaterialien wie Tannenzapfen oder selbst getrockneten Orangenscheiben* gearbeitet.
  • Schlafzimmer: Passend zu den blauen Vorhängen habe ich vorwiegend blauen Holzschmuck, aber auch gelbe und bunte Stücke verwendet.

Am Ende habe ich die Zweige über die Stehleiter zu den Vorhangstangen hochgehievt und dort erst mal in der Mitte mit Spagat befestigt, damit sie nicht mehr runterfallen. Dann habe ich die Abzweigungen arrangiert und die Zweige zu den Spitzen hin noch drei oder vier Mal festgebunden. Der anstrengendste Teil war das Hochhalten der Zweige während des ersten Festbindens. Für mich doppelt schwierig, weil ich mich auf Leitern nicht unbedingt in meinem Element fühle und deshalb auch ein bisschen vor Angst schwitzte.

Das Ergebnis kann sich allerdings sehen lassen:

*Orangenscheiben trocknen

  1.  Das Backrohr auf 90°C vorheizen.20181124_131419
  2. Eine ganze Orange (mit Schale) in ca. 6mm breite Scheiben schneiden.
  3. Die Orangenscheiben auf dem Rost des Backrohrs verteilen. Am Besten unten was unterstellen, damit der Saft aufgefangen wird.
  4. Die Backofentür schließen und wenn möglich leicht anspreizen, sodass die feuchte Luft entweichen kann.
  5. Auf Umluft schalten und die Orangenscheiben trocknen lassen.
  6. Bei 90°C und leicht geöffneter Tür dauert es etwa 4  Stunden, bis die Scheiben völlig ausgetocknet sind.

Wenn ihr mehr Zeit habt, könnt ihr die Orangenscheiben auch einfach an einem warmen Platz in Haus oder Wohnung an der Luft trocknen lassen.

Mit einer Nadel lässt sich dann leicht ein Faden in die Scheiben einziehen, damit ihr sie aufhängen könnt.

Bastelspaß auch für Katzen

Das Schöne an solchen Bastelarbeiten ist natürlich, dass die Miezen auch alles begutachten und „mithelfen“ können:

 

In diesem Sinne,

FROHE WEIHNACHTEN!